Kalifornien kann jetzt 600 Datenhändler zwingen, Sie zu löschen - mit einer einzigen kostenlosen Anfrage
Hier eine seltene, wirklich gute Nachricht zum Thema Datenschutz. Seit dem 1. August 2026 hat Kaliforniens Delete Request and Opt-Out Platform - kurz DROP - endlich Biss. Ein Einwohner kann über das kostenlose Portal des Bundesstaates eine einzige Anfrage stellen und damit jeden registrierten Datenhändler zwingen, die über ihn gespeicherten persönlichen Informationen zu löschen. Im kalifornischen Register sind mehr als 600 Datenhändler eingetragen; bislang musste man jeden einzeln aufspüren und einzeln bedrängen.
Die Schritte sind unkompliziert. Man erstellt ein Konto auf der Website der California Privacy Protection Agency, verifiziert sich mit einer E-Mail-Adresse oder Telefonnummer und gibt so viele identifizierende Angaben hinzu, wie man bereit ist zu teilen, damit die Datenhändler ihre Datensätze zuordnen können. DROP liefert eine Tracking-ID, mit der sich die Anfrage verfolgen lässt. Datenhändler müssen die Plattform nun regelmäßig prüfen und passende Datensätze innerhalb von 90 Tagen löschen - andernfalls drohen Strafen von 200 Dollar pro Anfrage und pro Tag Verzögerung.
Der ehrliche Haken: Das funktioniert nur, wenn man in Kalifornien lebt - es ist landesweit das erste Werkzeug seiner Art. Oregon, Texas und Vermont führen zwar ebenfalls Register für Datenhändler, bieten aber keine Löschung per Klick, sodass Menschen dort (und überall sonst) weiterhin den langsamen Weg gehen müssen: Jeder große Datenhändler hat seine eigene Abmeldeseite, und es lohnt sich, dabei eine Liste zu führen. Mühsam, aber nicht sinnlos - genau diese Listen füttern die Robocalls, den Werbemüll und die „Geld wartet in Ihrem Namen"-Betrugsmaschen, über die wir immer wieder schreiben.
Den eigenen Fußabdruck bei Datenhändlern zu verkleinern, kümmert sich um die Marketing-Seite Ihrer Privatsphäre; die Sicherheitsseite besteht darin zu wissen, welche Ihrer Logins tatsächlich geleakt sind. Tendvanes Datenschutz- und Konten-Prüfung zeigt, welche Ihrer E-Mail-Adressen und Passwörter in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind, sodass Sie genau wissen, wo Sie ein Passwort ändern oder die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren sollten.