Schadsoftware, die austauscht, was Sie kopieren: Ein Anzeigenskript hat heimlich Krypto-Adressen auf Tausenden Websites verändert
Sie kopieren eine lange Zeichenfolge, fügen sie in ein Zahlungsfeld ein und drücken Senden. Genau in diesem Moment lauert eine besonders hinterlistige Art von Schadsoftware - und eine davon ist gerade in großem Stil aufgeflogen.
BleepingComputer und The Hacker News berichteten, dass beim Werbeunternehmen Adform eines seiner Tracking-Skripte, trackpoint-async.js, um den 26./27. Juli 2026 manipuliert wurde. Adforms Code läuft auf sehr vielen ganz normalen Websites - das Unternehmen selbst spricht in seinem Bericht von rund 1.800 Geschäftskunden -, sodass die vergiftete Version zahlreiche alltägliche Besucher erreichte. Was sie tat, war raffiniert und unauffällig: Sie beobachtete alle paar Sekunden die Zwischenablage, und sobald sie eine Bitcoin-, Ethereum- oder TRON-Wallet-Adresse entdeckte, tauschte sie diese lautlos gegen eine dem Angreifer gehörende aus. Sie schrieb außerdem Adressen um, die direkt auf Webseiten angezeigt wurden. Kopierte man die Wallet-Adresse eines Freundes, um ihm Geld zu senden, fügte man stattdessen die des Betrügers ein. Das Beunruhigende dabei: Sicherheitsforscher Kevin Beaumont fand zu diesem Zeitpunkt heraus, dass nicht eine einzige Antiviren-Engine auf VirusTotal Alarm schlug, weil der bösartige Code auf einer vertrauenswürdigen Website lag, nicht auf dem eigenen PC.
Dieser Trick des „Zwischenablage-Hijackings" beschränkt sich nicht auf Krypto oder auf ein einzelnes Werbeunternehmen - dieselbe Idee kann genauso still eine Kontonummer oder jeden anderen langen Code ändern, den man einfügt. Die Gewohnheit, die das aushebelt, kostet zwei Sekunden: Werfen Sie nach dem Einfügen von etwas Wichtigem einen Blick auf die ersten und letzten paar Zeichen und prüfen Sie, ob sie mit dem übereinstimmen, was Sie kopiert haben. Bei Krypto empfiehlt sich zuerst ein winziger Testbetrag. Adform gibt an, den Code noch am selben Tag entfernt zu haben; das Leeren der Browser-Cookies spült übrig gebliebene Reste heraus.
Antivirensoftware kann nicht alles erkennen, besonders kein Skript, das auf einer legitimen Website läuft - genau deshalb zählt die Gewohnheit, Eingefügtes zu prüfen. Tendvane ist kein Antivirenprogramm, aber die Sicherheitsprüfung zeigt unerwartete Browser-Erweiterungen und Autostart-Programme an - genau die Art von Rückständen, die eine Zwischenablage-Infektion häufig hinterlässt, sollte je eine auf Ihrem Rechner landen.