Eine von Google verbannte Chrome-Erweiterung, die Ihre KI-Chats mitliest, ist zurück - mit 300.000 Nutzern
Aus dem Chrome Web Store geworfen zu werden soll eigentlich das Ende für eine schlechte Erweiterung sein. Diesmal nicht. Ein Add-on namens „AI Sidebar with DeepSeek, ChatGPT, Claude and more" - das Google im Januar 2026 entfernte, weil es die KI-Unterhaltungen von Menschen abgriff und an externe Server schickte - ist wieder im Store, und Forscher von Netskope berichten, dass es inzwischen auf mehr als 300.000 Installationen bei einer Bewertung von 4,6 Sternen gekommen ist.
Was den Trick so hinterlistig macht, ist die Geduld dahinter. Die Version, die Ende Juli zurückkehrte, tat rein gar nichts Falsches: saubere, funktionierende Software, offenbar um eine vertrauenswürdige Update-Historie aufzubauen. Rund zwei Wochen später schmuggelte ein nachfolgendes Update eine 21-zeilige Ergänzung in eine einzelne Datei, die Chromes eigene Update- und Deinstallations-Ereignisse kapert, um Affiliate-Links zu öffnen und dem Betreiber Provisionen einzubringen. Für sich genommen eine Kleinigkeit. Die Sorge, wie Netskope betont, ist, dass derselbe Kanal - ausgeliefert über Chromes eingebautes Update-System - genauso gut wieder etwas verbreiten könnte, das Passwörter oder KI-Chats stiehlt, genau das, wofür die Erweiterung ursprünglich verbannt wurde.
Die Lehre für alle, die sich im vergangenen Jahr „KI-Assistent"-Add-ons zugelegt haben: Jedes davon kann mitlesen, was man in ChatGPT, Claude und jede andere besuchte Seite eintippt. Öffnen Sie die Chrome-Erweiterungsseite, entfernen Sie alle, die Sie nicht aktiv nutzen, und seien Sie misstrauisch gegenüber Tools, die eine KI-Seitenleiste in den Browser einbauen - ein verbannter Name kann unter neuer Eigentümerschaft wieder auftauchen.
Hat eine solche Schurken-Erweiterung bereits Ihre Suchmaschine, Startseite oder Neuer-Tab-Seite verändert, setzt Tendvanes „Browser gekapert"-Reparatur-Assistent das mit wenigen Klicks wieder zurück.